Kaum eine andere deutsche Band ist derzeit vergleichbar erfolgreich wie sie. Aufgrund der hohen Nachfrage für Konzerttickets waren einige Shows der zeitgleich mit dem am 21. Oktober erscheinenden Album, startenden „fremd“-Deutschlandtournee binnen weniger Wochen ausverkauft. Nun gibt es für Anfang 2012 einen Nachschlag: sechs Shows werden im Rahmen der „Fremd 2“-Gastspielreise nachgelegt ASP spielen im Februar in Kiel.
„Das Anderssein ist immer eine Chance, eine Keimzelle für neue Gedanken und Ideen“, so Asp über das Grundthema seines neuen Albums den dazugehörigen Konzerten. „Das sich Fremdfühlen in einer Gesellschaft fördert auch das Hinterfragen von Bestehendem, von Traditionen, und ruft letztendlich Veränderung hervor.“
Der Frankfurter Künstler betreibt mit seinem Werk jedoch keine plumpe Meinungsmache – vielmehr beschäftigt er sich tiefgreifend und philosophisch mit dem Gefühl des Fremdseins und all seinen Energien, die es freisetzt. Ganz so, wie sich das in der Welt der Subkultur „Gothic“ bereits seit einigen Jahren feststellen lässt: kaum eine Subkultur definiert sich so sehr und so optisch sichtbar über Abgrenzung wie die so genannte Schwarze Szene. Kaum eine Szene ist andererseits so produktiv und charakterstark. In kaum einer Szene sind thematische Vielfalt, geistreiches Reflektieren und fundierte Bildung so wichtig wie bei den „Gothics“. Philosophische Ansätze und ein tiefgründiges Auseinandersetzen mit der Gesellschaft sind zentrale Werte.
Fast ein Wunder also, dass diese Szene derzeit einen großen Zulauf erfährt. “Es zeichnet gerade diese Szene aus, einen offenen Geist und ein offenes Herz zu besitzen. An der gesellschaftlichen Akzeptanz hat sich trotzdem rein gar nichts geändert. Schwarze Kleidung oder die Art sich zu schminken, wie es Gothics gerne tun, besitzt immer noch einen ausgeprägten Exotenstatus. Es wird als Provokation empfunden, und das soll auch so sein. Obwohl wir schon recht lange Musik machen, hat Rockmusik für mich immer noch etwas sehr Rebellisches.“
Auf dem Album „fremd“ reflektiert Asp all die Emotionen, mit denen er sich aufgrund seiner „Andersartigkeit“ im Laufe seines Lebens und seiner Karriere konfrontiert sah. „Fremd“ ist eine zutiefst lyrische und zugleich unterhaltsame Auseinandersetzung mit dem Thema Fremde für all diejenigen, die an der Gesellschaft schon einmal gezweifelt haben oder das Gefühl hatten, das Leben überdenken zu wollen. „Ich habe mich in dieser Welt immer schon fremd gefühlt. Mir macht auch sehr zu schaffen, dass wir in einer immer kälteren und härter werdenden Welt leben. Ich fühle mich fremd in einer Welt, in der ich mir ständig bewusst bin, welch schreckliche Dinge Menschen anderen Menschen antun. Ich habe in meiner Musik noch nicht eine Horrorstory erzählt, die auch nur annähernd so schlimm ist wie das, was Menschen anderen Menschen antun können. – Generell herrscht in Bezug auf die Weiterentwicklung des menschlichen Seelenlebens bei uns oftmals das finstere Mittelalter.“
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