Brainfuckers Fun Foundation – Grown Folks Business (CD Rezension)

 

Bei einer “Fun Foundation” könnte man jetzt denken, die blödeln nur so zum Spaß herum – das kann hier nicht kommentiert werden. Falls dem jedoch so ist, ist das Ergebnis umso lobenswerter, denn das Album „Grown Folks Business“ kommt professionell daher. Kurze Vorgeschichte: Ich treffe ein paar der Jungs auf dem Bau. Hä? Ja, ehrlich, in Ranzel sind sich die Brainfuckers nicht zu schade, den Spaten anzupacken und einen Schlag reinzuhauen. Warum? Auf der Baustelle entsteht unter anderem ihr neuer Proberaum und wenn das Ding erstmal steht, können wir uns sicher sein, dass noch ein paar freakige Sachen entstehen. Nach getaner Arbeit sitzen wir im Auto auf dem Rückweg. Das Auto gehört Schoko, ein paar Witze über den Kindersitz, das Fressen, Scheißen und Furzen von Kleinkindern. Sie können aber auch vernünftig sein – immer mit einem gewissen Unterton, versteht sich. Sie drücken mir ihre neue CD in die Hand „hier, geschenkt“. Ich sag: „Ich schreib ein Review für Subkulturell“ – „Cool“, „Je nachdem,“ sag ich „wie mir das gefällt.“ Kurzes Gelächter: „Unserem Ruf kann man nicht mehr Schaden, das versucht die KN auch ständig. Zum Beispiel warten sie immer darauf, uns in möglichst blöder Pose zu fotografieren. Etwa wenn ich mein T-Shirt lifte, zum Bauchnabelfusselvergleich.“ Okay, denk ich mir und bin gespannt. Zuhause also das Ding in die Anlage, aufdrehen und schon kommen die Fakten:
  1. Interessante Samples, die zwar nicht ganz an Skinny Puppy und Queens of the Stone Age heranreichen, trotzdem aber die Musik gut begleiten.
  2. Cleveres Panning (links-rechts Gewechsel auf den Boxen).
  3. Satter Sound, die Fuckers verstehen ihre Instrumente als Weapons of Mass Beschallung.
  4. Instant Action! Scheibe rein und durchlaufen lassen. Keine Songs, die man überspringen muss.
  5. Abwechslungsreich. Man kann auch interessiert jeden Song einzeln anschmecken, lohnt sich – muss aber auch nicht sein. Interessant vor allem, dass sie sich zwischendruch an einem fischmobartigen Song versuchen (Brötchenlied), was auch gut funktioniert und zeigt, dass sie nicht nur bölken können.
  6. Die Stimmen sind gut, das ist ja sonst häufig ein Problem. Zusätzlich ist auch alles sehr gut abgemischt. Fremdschämen Fehlanzeige, auch für anspruchsvolle Hörer.
  7. Innerhalb jedes Tracks bleibt es spannend, man kennt den Track nicht nach 5 Sekunden, man kann ihn auch durchhören.
  8. Die zwei Sänger ergänzen sich hervorragend.
  9. Die Scheibe hat Wiederholungswert.
Fun Facts: Furzhumor is not dead. Man kann auch mit Telefonen Musik machen.
Endline: Wahrscheinlich das solideste Stück Metall des Nordens seit Flugschädel.
Die Seite der Band: http://www.brainfuckers.com